Geige stimmen

Bevor Du loslegen kannst, musst Du natürlich zunächst Dein Instrument stimmen. Die Saiten der Geige heissen (von unten nach oben; von links nach rechts in Spielposition) G – D – A – E. Als Eselsbrücke kannst Du Dir merken: „Geh Du Alter Esel“.

Die Geige stimmt man nach dem Kammerton A. Genau genommen nach a1. Dieser entspricht einer Frequenz von 440Hz. Diese Frequenz kann manchmal verschieden sein: in der „Klassischen Musik“ hat man sich inzwischen auf 443Hz geeinigt, da dieses brillanter klingt als 440Hz; in der „Alten Musik“ begegnet man häufig Stimmungen, die unter 440Hz liegen (z.B. 438Hz). So hat sich im Laufe der Zeit die Stimmung angehoben.
In der Rock- und Popmusik ist 440Hz jedoch noch immer gängig.

Saite A (440Hz):

Spiele zu dieser mp3 und versuche, die Tonhöhe zu erreichen, indem Du am Feinstimmer drehst.
Nach rechts drehen: die Saite spannt sich und der Ton wird höher.
Nach links drehen: die Saite entspannt und der Ton wird tiefer.
Sollte der Feinstimmer nicht ausreichen, musst Du die Wirbel bemühen. Dabei gilt: Zuerst den Wirbel nach unten drehen und lockern, dann die Tonhöhe suchen und den Wirbel dabei reindrehen, damit er wieder gut sitzt. Den Vorgang eventuell mehrfach wiederholen.

Die Reihenfolge, in der die Saiten miteinander verglichen werden, ergibt sich daraus, dass die A-Saite zuerst gestimmt wird.

Zunächst werden A- und D-Saite zusammen gespielt und das D an das A angeglichen:

Nun folgen D- und G-Saite, wobei die G-Saite an die D-Saite angeglichen wird:

Schließlich wird die E-Saite auf die A-Saite abgestimmt:

Bei allen Stimmvorgängen ist die A-Saite immer verbindlich, auch wenn sich zwischendurch die Geige wieder verstimmt. Auf diese Frequenz bezieht sich schließlich die ganze Band, bzw. Deine Mitspieler.

Solltest Du Schwierigkeiten haben, die Saiten im Zusammenhang zu hören, hier noch einmal alle Saiten einzeln zum Vergleichen. Sie sind hier in ihrer „Stimmreihenfolge“ aufgelistet:

A-Saite
D-Saite
G-Saite
E-Saite

Vielleicht hilft Dir aber auch dieser kleine Hinweis:

So in etwa kann es klingen, wenn die D-Saite zu hoch ist im Vergleich zur A-Saite:
(Die D-Saite klingt viel „heller“, „strahlender“ als die A-Saite.)

Und dementsprechend, wenn sie zu tief ist:
(Die D-Saite klingt jetzt viel „matter“ oder „dunkler“ als die A-Saite.)

Tipp

Wenn es schwer zu hören ist, wie weit die Saiten voneinander verstimmt sind, kannst Du

  1. die Saiten nacheinander anspielen und vergleichen, nachdem sie zusammen erklungen sind (wie im mp3-Beispiel für „zu hoch“ und „zu tief“) und
  2. die verstimmte Saite noch tiefer verstimmen, um „von unten nach oben“ in den Ton zu finden. Es fällt dem Gehör leichter zu folgen, wenn Du eine Saiten aus der Tiefe in seine Position „hochdrehst“.

Das Stimmen ist wahrscheinlich zu Beginn nicht so ganz einfach. So wirst Du eine Weile Geduld haben müssen, bis Dein Gehör lernt, Tonhöhen und Feinheiten immer besser wahrzunehmen. Solltest Du Fragen haben oder weitere Tipps benötigen, dann schreib mir gern:
mail[at]nauticorn.de

Weiterführend:

Die Geige ist ein „absolut rein“ gestimmtes Instrument in Gegensatz zu Instrumenten wie dem Klavier oder der Gitarre*, die „wohltemperiert“ gestimmt werden.

(* Wobei man bei der Gitarre mit Einschränkung sagen muss, dass man sie ebenfalls „absolut rein“ spielen könnte, würde man sich nicht verbindlich an die Bünde halten.)